Fasten, schweigen, meditieren nach Zentradition

Manchmal frage ich mich selbst, auf was für wundervolle Ideen ich so komme…

Aber nach dem das Fasten Anfang des Jahres so gute Ergebnisse mir beschert hatte, war mir klar, 2x im Jahr möchte ich das gerne machen.
Also war eigentlich „nur“ meine Überlegung, ob alleine oder dieses Mal Begleitung fasten.
Wie diese neue Idee auf mich zu kam? …weil entstand wäre ja falsch, ich wusste ja gar nicht, dass es sie gibt.

Nach dem ich viel von Dr. Dahlke gehört, gelesen und mich damit auseinander gesetzt habe, wollte ich ihn unbedingt noch live erleben. Der gute Mann ist ja inzwischen 72 und da war mir auch klar, so lange mach der das selbst nicht mehr. Also habe ich kurzerhand geguckt was es gibt und war sofort von fasten, schweigen, meditieren in TamanGa, seinem Lebensgarten, angezogen.

Ohne groß zu überlegen, habe ich mich dann für fasten, schweigen, meditieren angemeldet.

Nach einem interessanten Gespräch mit meiner Yogalehrerausbilderin war diese sogar so angetan, dass sie gleich mit wollte. Cool dachte ich, bis diese 2 Monate vorher sich wieder abmeldete.

Erst da dämmerte mir, TamanGa ist 1200 Kilometer von Düsseldorf entfernt. Wie soll ich denn dahin kommen? Am einfachsten dachte ich, wäre natürlich Adam würde mitfahren und dabei sein. Ihn zu überreden war allerdings gar nicht so einfach. Doch am Ende war auch er begeistert für eine Auszeit mit fasten an einem so schönen Ort.

Auf gehts zu einem großen Traum von mir – Dr. Dahlke treffen

Donnerstag um 22Uhr ging es los Richtung Süden, immer der Sonne entgegen. Ich würde jetzt lügen, wenn ich sagen würde, dass die Fahrt angenehm war doch das war auch vorher klar gewesen.
Als wir dann endlich am Freitag gegen Mittag in TamanGa ankamen war ich begeistert. Es war viel schöner als ich es mir vorgestellt hatte und so surreal, weil ich das Anwesen schon so oft auf Fotos gesehen hatte.
Kurz eingecheckt und dann wurde mir von jetzt auf gleich bewusst: das hier wird richtig harter topak! Start Morgens um 6Uhr mit Rezitation, 6:15Uhr Sitz-Meditation. Tee und so weiter bis Abends 20:40Uhr. Der einzige Lichtstrahl an dem Tag 3 Stunden Mittagspause und wunderbarer Sonnenschein.

Das Zen Ritual beginnt

Tag 1 der Wecker klingelt um 5:30Uhr. Völlig erledigt klettere ich aus dem Bett und lass den Tag irgendwie so über mich ergehen. Wirklich anwesend würde ich sagen, war ich nicht. Der äußere Druck durch das so strenge Ritual machte mich wahnsinnig.

Tag 2 Wecker wieder 5:30Uhr geklingelt. Diese mal bekam ich wie eine Hitzewelle, schweißgebadet schob ich meinen Körper unter die Dusche und versuchte so gut es geht mich aufrecht zu halten. Angekommen auf dem Meditationskissen um 6Uhr irgendwie noch pünktlich dachte ich, dass schaffe ich niemals. Doch da dämmerte es mir in meiner Verzweiflung:“ Ich liebe meine Schmerz, ich leide und gebe dem völlig die Überhand. Ich bin gar nicht Herr vom Körper sondern er ist Herr von mir.“ Das wollte ich auf keinen Fall so stehen lassen also, ließ ich in der Stille alles kommen was kommen mochte, nahm es an und stellte fest: Ich bin nicht mein Körper, ich habe ihn nur für diese spannende Reise namens Lebens und ehrlich gesagt, reicht es jetzt mit Drama.
Kurze Zeit später war dann auch sofort das Drama vorbei, wie auch immer das in einer 25 minütigen Meditation Ging war mir da nicht bewusst, aber ab da ging es Bergrauf.

Tag 3 5:30Uhr der Wecker und ich total begeistert, dass wir meditieren gehen. Der Tag verlief wundervoll mit vielen tollen Erkenntnissen und Erlebnissen. Ich konnte viele tolle Ideen für meine Ausbildung sammeln, vom Kopf in den Körper.

Tag 4 5:30Uhr der Wecker und ja, die Begeisterung hielt an. Das war Wetter war so toll, dass es ein Sonnenbad und schwimmen im eiskalten Wasser gab. Es fühlte sich an als ob ich mit der Natur und der ganzen Welt verbunden bin.

Tag 5 5:30Uhr der Wecker und ich? Irgendwie ein bisschen sehr schlapp und müde. Trotzdem wieder unter die Dusche und auf zur Meditation geschafft. Ziemlich frustriert kämpfte ich mich durch die erste Hälfte des Tages und gab dann in der Pause auf. Erst mal schlafen…Nach dem ich dann das erste mal verschlafen hatte und mich auch nicht in der Lage sah hinzugehen fiel meine erste Meditation für mich aus.
Der Nachmittag wurde dann nur ein bisschen besser. Mein Geist übernahm das Ruder. Meine Kampagne für die Ausbildung war gestartet und es gab so einen wundervollen Andrang, dass ich alles sofort machen wollte. Bis ich kapierte Geduld ist gefragt.

Tag 6 5:30Uhr der Wecker und ich wieder voll motiviert, wenn auch körperlich schlapp. Gestern war anstrengend. Die erste Hälfte des Tages lief super danach ging es wieder los mit meinem Geist der to do Listen erstellte, abarbeitete und alles machte außer die Ruhe kommen lassen. Am schlimmsten war, er erinnerte mich an all das geile Essen. Bis auch hier mir klar war, der will jetzt nur Aufmerksamkeit und dann verstand ich…Vertrauen, loslassen und atmen.

Tag 7 5:30Uhr der Wecker, ich schon seit 30 Minuten wach und top fit. Langsam das Gefühl ich habe einen Lauf, da kommen die tollen Neuigkeiten heute wird es ab Mittags etwas anders und es gibt eine Fasten Suppe am Abend.

Tag 8 5:30 Uhr der Wecker, letzter Tag.
6 Uhr Meditation mit einem lächelnden und einem traurigen Auge geht die letzte Stunde rasend schnell vorbei.
Die Vorfreude auf etwas leckeres zu essen und einen Koffeinfreien Café stieg aber sofort.

Am Ende komme ich auf 29 Stunden Za-Zen, Meditation im Stillen.

Hätte man mir am Anfang gesagt, dass ich bin zum Ende aufrecht auf meinem Kissen sitzen und sogar Freude dabei finden würde, ich hätte nur gelacht.

Fazit: Mega Selbsterfahrung durch das schweigen, hinzukam, dass das Gehirn ohne Essen ganz andere Leistungen und Wahrnehmungen hat sowie die Körperwahrnehmung sich bei mir ins positive Verändert hat. Großartig, aber fürs erste brauche ich das auch nicht so schnell wieder.

 

Meine genauen Erkenntnisse und Erfahrungen könnt ihr bald im neuen Blog lesen…

Zen Ritual
6:00-6:15Uhr Rezitation
6:15-6:45Uhr Za-Zen
7:00-7:30Uhr Tee
7:45-8:15Uhr Za-Zen + Kin-Hin
8:15-8:45Uhr Za-Zen
9:15-10:00Uhr Tai-Chi
10:45-11:15Uhr Za-Zen
11:30-12:00Uhr Tee & Smoothie
12:00-15:00Uhr Mittagspause
15:00-15:30Uhr Za-Zen
15:45-16:15Uhr Tee
16:30–17:10Uhr Tai-Chi
18:00-18:30Uhr Za-Zen + Kin-Hin
18:30-19:00Uhr Za-Zen
19:15-19:30Uhr Tee
20:00-20:10Uhr Rezitation
20:10-20:40Uhr Za-Zen

Za-Zen= stille Sitzmeditation
Kein-Hin= stille Gehmeditation